Gelungene Restaurierung des Zunftzeichens der Musikkapelle Zwölfmalgreien

 

 

Vor kurzem konnte das neu restaurierte Zunftzeichen der Musikkapelle Zwölfmalgreien wieder in Empfang genommen werden.

Das Zunftzeichen der Musikkapelle Zwölfmalgreien wurde bis in die 1970er Jahre, und vereinzelt auch noch später, bei festlichen Ausrückungen vorausgetragen, gelegentlich von zwei Buben in Zwölfmalgreiner Tracht getragenen, umkränzten Zwölfmalgreiner Wappen flankiert und – bei gegebenem Anlass – gefolgt von weiteren sechs Buben mit reich aufgeputzten, an Stangen hängenden Erntekränzen. Dieses Gesamtensemble und die nachfolgende mit flotter Marschmusik spielende Kapelle löste bei den Zuschauern regelmäßig große Begeisterung aus. Es war aber vor allem auch ein symbolhafter Ausdruck der Vorstellungen von Gründungsobmann Emil Duca von einer traditionsverbundenen Gemeinschaft, die sich nicht nur in der Kapelle widerspiegeln, sondern das gesamte vormals ländliche Gebiet um Bozen, Zwölfmalgreien eben, miteinschließen sollte. In den Jahren danach geriet das Zunftzeichen zunehmend in Vergessenheit.

Das Zunftzeichen besteht aus einer 208 cm langen, hölzernen Tragestange und einem geschnitzten, 84 x 67 cm großen, abnehmbaren Aufsatz. Der Stangenschaft besteht aus geschnitztem und bemaltem Blattwerk, Weinranken, kapitelartigen Absätzen und spiralförmigen Ornamenten. Den Aufsatz bildet ein Sockel mit dem Zwölfmalgreiner Wappen und Weintrauben. Im Zentrum steht ein Trommler in Altbozner Bürgertracht. Hinter der Skulptur befindet sich eine vergoldete Lyra. Diese Darstellung wird von zwei Säulen, welche nach oben giebelartig verbunden sind, eingerahmt und schließen mittig an eine Blumenvase an. Rote und blaue Quasten zieren das Zunftzeichen. Auf der Rückseite befindet sich folgende Widmung: „Der Zwölfmalgreiner Musikkapelle gewidmet von E.D. 1921“.

 

zunftzeichen

 

Der Zahn der Zeit hat am Zunftzeichen genagt, Bruchstellen und Fehlstellen am Stangenschaft sowie Instabilität des gesamten Aufsatzes waren nur einige Mängel. Zudem war bei der Fassung die Oberfläche verschmutzt. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass das Zunftzeichen mittlerweile ja fast 100 Jahre auf dem Buckel hat.

Bereits im Jahr 2019 hat der Vorstand der Musikkapelle Zwölfmalgreien dem Vorschlag von Chronist Fabian Pernter zugestimmt, das Zunftzeichen für das Jubiläumsjahr 2020 restaurieren zu lassen und für eine Aufwertung zu sorgen. Den Auftrag für die Restaurierung erhielt der Restaurator Robert Engl aus Sterzing.

Im Zuge der Restaurierung wurden die Schichtenabblätterungen zuerst mit organischem Leim befestigt und die fehlenden Profile mit Holz ergänzt bzw. die Bruchstellen neu verleimt. Am Aufsatz wurden die losen Säulen stabilisiert und neu verleimt. Die Oberfläche wurde nach dem Abstauben feucht gereinigt. Die Schichtenausbrüche wurden durch Kittung mit Kreidegrund ausgeführt. Die Kittungen wurden auf das Niveau der originalen Oberfläche gebracht und nachher voll retuschiert. Je nach vorliegender Technik wurde entweder mit Aquarellfarbe oder mit ausgemagerter Ölfarbe retuschiert. Auf die Metallauflagen wurde ein Zaponlack aufgetragen, welcher als Überzug dient.

Anfang Oktober konnte die Musikkapelle Zwölfmalgreien das vollständig restaurierte Zunftzeichen wieder im Probelokal aufstellen.

Künftig ist geplant, das Zunftzeichen, eine Eigenheit der Musikkapelle Zwölfmalgreien, wieder vermehrt bei kirchlichen und weltlichen Anlässen mitzutragen und somit einer neuen Aufwertung zu verhelfen. Das Zunftzeichen ist nach wie vor symbolhafter Ausdruck einer traditionsverbundenen Gemeinschaft und in jedem Fall eine Eigenheit der Zwölfmalgreiner Musikkapelle.

 

Bozen / Zwölfmalgreien im Oktober 2020

Fabian Pernter
Chronist